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DRG-Kampagne: Radiologie und Frauengesundheit

/ RT-Redaktion / Patientensicherheit

Die Deutsche Röntgengesellschaft e. V. (DRG) weist darauf hin, dass Frauen im Gesundheitssystem zu oft nicht ausreichend differenziert diagnostiziert und behandelt werden. Klinische Symptome und Laborveränderungen unterscheiden sich oft von denen bei Männern, Krankheitsverläufe können dadurch länger unerkannt bleiben. Verfügbare diagnostische sowie therapeutische Möglichkeiten würden laut der Gesellschaft nicht konsequent ausgeschöpft. Frauen würden auch ein deutlich höheres Risiko von Autoimmunerkrankungen tragen, was das kardiovaskuläre Risiko beeinflusst. Vor diesem Hintergrund startet die DRG im März 2026 die bundesweite Kampagne ,Radiologie und Frauengesundheit‘.

Ziel der Kampagne sei es, sichtbar zu machen, welchen konkreten Beitrag die Radiologie für die Gesunderhaltung von Frauen leisten kann – in Früherkennung, Diagnostik, Therapieplanung und Behandlung. Zugleich möchte die DRG die ärztliche Rolle der Radiologen als eigenständige Akteure in der Patientenversorgung stärken und Patientinnen fundierte, verständliche Informationen an die Hand geben. Ein besonderes Anliegen dieser Kampagne ist daher der Dialog mit Selbsthilfegruppen und Patientenvertretungen sowie auf der Förderung informierter selbstbestimmter Entscheidungen.

„Geschlechtersensible Medizin ist keine Option, sondern Voraussetzung für Qualität und Gerechtigkeit in der Versorgung“, sagt Professorin Dr. Christiane Kuhl, Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft. „Radiologie leistet hierzu einen zentralen Beitrag – durch präzise Diagnostik, durch die Vermeidung von Fehldiagnosen und durch schonende, organerhaltende Therapien. Genau diesen Beitrag für Frauen möchten wir mit der Kampagne deutlicher sichtbar machen.“

Radiologie als klinischer Partner in der Frauengesundheit

Die Kampagne soll verdeutlichen, dass Radiologie weit mehr ist als technische Bildgebung. Unter Frauengesundheit fallen nicht nur Brustkrebserkrankungen, Myome der Gebärmutter oder die Endometriose. Vielmehr gehören hierzu auch Erkrankungen, für die Frauen weit weniger sensibilisiert sind wie beispielsweise bei Gefäßerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut der Röntgengesellschaft hat der Herzinfarkt bei Frauen nicht nur andere klinische Symptome, sondern auch andere Ursachen bzw. Treiber als bei Männern. Frauen sei daher mit der Ermittlung der üblichen Risikofaktoren nicht ausreichend gedient, so die Gesellschaft.

Zentrale Elemente der Kampagne seien patientennahe, leicht verständliche und korrekte Informationsangebote. Ein eigens entwickelter Flyer sowie gebündelte Inhalte auf dem Patientenportal www.radiologie-finden.de, sollen verständlich über radiologische Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Das Portal diene zugleich als Anlaufstelle, um spezialisierte radiologische Zentren zu finden.

Parallel dazu hat die DRG vor, gezielt Kooperationen mit Selbsthilfegruppen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aufzubauen. Ziel sei es, Radiologie als verlässlichen klinischen Partner in der Frauengesundheit zu etablieren – niedrigschwellig, transparent und auf Augenhöhe mit Patientinnen.

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