Walter-Friedrich-Preis an Dr. Hamm verliehen
/ RT-Redaktion / Auszeichnungen
Die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) hat Dr. med. Charlie Alexander Hamm von der Charité – Universitätsmedizin Berlin für seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Weiterentwicklung der MRT-basierten Prostatakrebsdiagnostik mit dem Walter-Friedrich-Preis ausgezeichnet.
Seine Forschung verbinde klinische Radiologie mit innovativen Methoden der Künstlichen Intelligenz und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer sichereren, effizienteren und individualisierten Diagnostik, hieß es zur Begründung. Damit stehe seine Arbeit beispielhaft für die interdisziplinäre Verbindung von Medizin, Technik und Datenwissenschaft.
In mehreren Studien zeige Dr. Hamm, wie sich durch den gezielten Einsatz der Magnetresonanztomografie (MRT) diagnostische Pfade verbessern und unnötige Eingriffe vermeiden lassen. So belege er unter anderem, dass niedrige PSA-Werte im mittleren Lebensalter mit einem sehr geringen Langzeitrisiko für Prostatakrebs einhergehen und damit die Grundlage für risikoadaptierte Screeningstrategien bilden. In der prospektiven PROKOMB-Studie weise er zudem die onkologische Sicherheit eines MRT-basierten Diagnoseansatzes nach, der bereits Eingang in klinische Leitlinien gefunden habe.
Ergänzend entwickele er ein erklärbares KI-Modell, das diagnostische Entscheidungen transparent mache und damit eine zentrale Voraussetzung für den breiten klinischen Einsatz von KI erfülle. Mit dieser Verbindung aus methodischer Innovation, klinischer Relevanz und technologischer Weiterentwicklung setze Dr. Hamm wichtige Impulse für die Zukunft der radiologischen Diagnostik, so die DRG.
Der Walter-Friedrich-Preis
Der Walter-Friedrich-Preis würdigt die wissenschaftlichen Leistungen und das prägende Wirken von Prof. Walter Friedrich für die medizinische Radiologie und Strahlentherapie. Das Stiftungsvermögen des Preises entstammt der Gesellschaft für Medizinische Radiologie der ehemaligen DDR und wurde 1992 der DRG übertragen, die das Vermögen 2003 durch eine Zustiftung erhöhte. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird jährlich während des Deutschen Röntgenkongresses verliehen. Der Preis berücksichtigt insbesondere die Gemeinsamkeit von Physik, Technik, Biologie und Medizinischer Radiologie. Er wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten (incl. Habilitationsarbeiten) auf dem Gesamtgebiet der Radiologie, für beispielgebende Publikationen und Initiativen zur Verbesserung der Lehre auf allen (Teil-)Gebieten der Medizinischen Radiologie und für vorbildliche praktische Ergebnisse in der Medizinischen Radiologie inkl. technischer Entwicklungen verliehen.
Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter Radiologie im Juni 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!