TeleNeurologisch ambulante Versorgung
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Teleneurologie-Projekt gestartet

/ RT-Redaktion / Telemedizin

In der gemeinsamen Landesvertretung der Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fiel am 19. September der offizielle Startschuss für das Innovationsfondsprojekt Teneam. Die Abkürzung steht für ,TeleNeurologisch ambulante Versorgung in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern'. Ziel des Projektes ist es, mithilfe digitaler Technologien und fachärztlicher Expertise eine bessere neurologische Versorgung in strukturschwachen Regionen zu ermöglichen. Diese soll direkt in der Hausarztpraxis, wohnortnah und ohne lange Wartezeiten stattfinden.

Das Projekt zeige, welchen enormen Beitrag die Digitalisierung zu unserer Gesundheitsversorgung leisten könne, so Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW). Viele neurologische Erkrankungen nähmen mit dem Alter zu, gleichzeitig werde die Praxisnachfolge in dünn besiedelten Gebieten immer schwieriger. Genau hier setze das Projekt an.

Die zeitnahe Diagnostik und Therapie von neurologischen Erkrankungen stellen insbesondere vor dem Hintergrund der langen Wartezeiten eine Herausforderung dar. Im Projekt soll deshalb eine enge Kooperation zwischen ambulant tätigen Haus- und Fachärzten sowie universitären Einrichtungen und neurologischen Schwerpunktpraxen die Versorgung in den ländlichen Regionen spürbar verbessern. Dazu werden im Laufe des Projektes rund 200 Hausarztpraxen mit entsprechender Telemedizintechnik ausgestattet.

Im Rahmen des Projekts werden telemedizinische Sprechstunden bereits in den teilnehmenden Hausarztpraxen angeboten. Diese Sprechstunden werden durch die universitären Einrichtungen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Universitätsmedizin Greifswald und der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem sowie zehn neurologischen Schwerpunktpraxen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Die Patienten mit neurologischen Beschwerden werden dabei direkt von den Hausärzten identifiziert und erhalten in der Hausarztpraxis die erste teleneurologische Untersuchung sowie eine Behandlungsempfehlung. TENEAM beinhaltet dabei sowohl die Erstabklärung neurologischer Erkrankungen als auch die Weiterversorgung von chronisch-neurologisch Erkrankten.

Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) fördert das Projekt für eine Laufzeit von 45 Monaten mit rund 8,4 Millionen Euro. Neben den durchführenden universitären Kliniken sind auch der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) sowie die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) an der fachlichen und organisatorischen Umsetzung des Projekts beteiligt. Sie unterstützen insbesondere bei der Integration der telemedizinischen Angebote in den ärztlichen Versorgungsalltag und bringen die Perspektive der niedergelassenen Fachärzte in die Projektstruktur ein. Mit der AOK Nordost, der Barmer, der DAK sowie der Knappschaft sind Krankenkassen mit einem großen Marktanteil in den Regionen beteiligt. Die wissenschaftliche Evaluation mit insgesamt mehr als 8.000 Patienten wird unabhängig von der TU München (Fachgebiet für Gesundheitsökonomie) und dem Institut für Allgemeinmedizin der Charité im Rahmen einer randomisierten Studie durchgeführt. Neben den Effekten von Teneam auf Behandlungsqualität, die Versorgungssituation und die Lebensqualität der Patienten werden auch gesundheitsökonomische Aspekte untersucht.