MRT mit Patient
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Schnelldiagnose für Bluthochdruck mit PET-Kamera

/ RT-Redaktion / Forschung

Mit einem nur zehn Minuten dauernden bildgebenden Verfahren erkennen Forscher des University College London (UCL) die Ursache für Bluthochdruck. Konkret geht es dabei um die Nebennieren, die zu viel des Hormons Aldosteron produzieren, das den Salzhaushalt im Körper reguliert. Diese Ursache der Erkrankung lässt sich bisher nur schwer diagnostizieren.

Der Scan erleichtert laut der Experten die Entscheidung über die beste Behandlungsmethode für Bluthochdruck. Zur Wahl stehen die Entfernung einer Nebennierenrinde oder die Verwendung neuer Medikamente, die die Produktion von Aldosteron blockieren. Die Methode habe ein enormes Potenzial, die Art und Weise, wie die Diagnose gestellt wird, vollständig zu verändern. Sie ermöglicht es, den Patienten eine gezieltere Behandlung anzubieten, so Experte Bryan Williams.

Um die hormonell bedingte Ursache für Bluthochdruck aufzuspüren oder zu widerlegen, wird den Patienten eine radioaktive Substanz injiziert, die von den Forschern eigens für diesen Zweck entwickelt haben. Diese emittiert Positronen, die positiv geladenen Zwillinge der Elektronen. Dieser Tracer wird sehr selektiv von den Teilen der Nebenniere aufgenommen, die zu viel Aldosteron produziert. Das geschieht innerhalb von kurzer Zeit. Danach wird der Bereich des Körpers, in dem die Nebenniere sitzt, mithilfe der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) abgebildet.

Bisher haben die UCL-Forscher 17 Patienten mit Bluthochdruck mit dem neuen Verfahren diagnostiziert. Die Positronen-Bilder waren jeweils eindeutig. Nebenwirkungen gab es keine. „Die Intensität des Signals spiegelt den Grad der Aldosteron-Überproduktion wider“, so Williams. Der Tracer besteht aus einem Enzym, das die Eigenschaft hat, sich an Aldosteron zu binden. Williams' Kollege Erik Arstad hat in diesem Enzym jeweils ein Atom durch ein anderes der gleichen Art ersetzt, das jedoch so modifiziert war, dass es Positronen emittiert. Die PET-Kamera zeigt diese Emissionen in Form eines hellen Flecks.

Das Team beginnt nun mit einer klinischen Phase-2-Studie, um genügend Daten zu sammeln, damit der Test für den routinemäßigen klinischen Einsatz zugelassen werden kann. In Europa leidet knapp ein Drittel der Bevölkerung an Bluthochdruck. Bei vielen ist die Ursache unklar. Der PET-Scan könnte künftig Klarheit bringen.