Lehmkuhl und Kemmling leiten Radiologie Bad Neustadt
/ RT-Redaktion / Personalie
Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie am Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt hat jetzt eine Doppelspitze: Prof. Dr. André Kemmling verstärkt ab sofort das chefärztliche Führungsteam und wird die Klinik gemeinsam mit PD Dr. Lukas Lehmkuhl im kollegialen System leiten und so die Expertise im Bereich der Radiologie und Neuroradiologie am Campus weiter ausbauen. Diese Veränderung geht Hand in Hand mit einer umfassenden strukturellen Neuausrichtung der Klinik und einer Namensänderung: Die Klinik trägt nun den Titel „Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie“. Lehmkuhl, der bereits seit 2017 als Chefarzt der bildgebenden Radiologie am Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt tätig ist, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Kemmling: „Die neue Doppelspitze bietet enorme Vorteile – wir können uns gegenseitig ergänzen und voneinander profitieren, was uns ermöglicht, die Klinik noch weiter zu stärken. Mit Prof. Dr. Kemmling gewinnen wir einen Experten, der unser Behandlungsspektrum um wichtige innovative Verfahren erweitert.“
Kemmling ist in Münster geboren und im Saarland aufgewachsen. Nach dem Studium der Medizin in Heidelberg und der Facharztausbildung in Münster hat er sich auf die Neuroradiologie spezialisiert. In seiner beruflichen Laufbahn hat er sich besonders auf die interventionelle endovaskuläre Behandlung von Hals- und Hirngefäßerkrankungen, wie z.B. Schlaganfälle und Hirnaneurysmen, fokussiert. Darüber hinaus engagiert er sich in der Forschung und der Lehre im Bereich der Notfall-Neuroradiologie. Nach dem Medizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Approbation als Arzt im Jahr 2004 erlangte er 2012 den Facharzt für Radiologie und spezialisierte sich auf Neuroradiologie an den Universitätskliniken in Mannheim, Hamburg, Lübeck sowie am Massachusetts General Hospital in Boston. Dort konnte er tiefgehende klinische und akademische Erfahrungen sammeln. Besonders hervorzuheben ist seine Forschung in der Notfall-Neuroradiologie, insbesondere zur diagnostischen CT-Bildgebung und der endovaskulären Behandlung von Schlaganfällen. Seit 2021 ist er Direktor und Lehrstuhlinhaber der Klinik für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Marburg, wo er den neurovaskulären Behandlungsschwerpunkt weiterentwickelt hat.
Kemmling bleibt weiterhin Direktor der Klinik für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Marburg. Er wird beide Positionen ausfüllen und bestmögliche Synergieeffekte für eine optimale Patientenversorgung und fachärztliche Ausbildung nutzen.
Die künftige Ausrichtung des Fachbereichs Radiologie umfasst eine erweiterte und interdisziplinäre Struktur, die besonders die Neuroradiologie und die Behandlung vaskulärer Notfälle optimiert.
Unter der Leitung von Lehmkuhl wurde die Klinik für Radiologie bereits als Schwerpunktzentrum für kardiovaskuläre Bildgebung zertifiziert. Mit der Neuaufstellung wird nun auch der neurovaskuläre Schwerpunkt ausgebaut, um eine umfassende Versorgung von Patienten mit komplexen Hirn- und Halsgefäßerkrankungen sicherzustellen. Kemmling ist zertifizierter Spezialist für interventionelle Neuroradiologie. Beide Chefärzte sind überzeugt, dass die Erweiterung des neurovaskulären Schwerpunkts einen wichtigen Schritt zu einer noch effektiveren und spezialisierten Patientenversorgung darstellt. Zu den erweiterten Leistungen gehören die Behandlung von Erweiterungen der Blutgefäße im Gehirn (Aneurysmen), Engpässen in den Blutgefäßen in Gehirn und Hals sowie Eingriffe bei bestimmten Fehlbildungen der Blutgefäße im Gehirn. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einführung einer Neurovaskulären Sprechstunde, die Patienten mit speziellen Diagnosen wie Schlaganfall, Kopfschmerzen oder pulsierenden Ohrgeräuschen bei Hirngefäßerkrankungen gezielt versorgt.
Ausblick mit zukunftsweisenden Weiterbildungsmöglichkeiten
Mit der neuen Chefarzt-Doppelspitze wird das gesamte Spektrum der radiologischen Methoden und Indikationen abgedeckt. Es liegen die Voraussetzungen sowohl für die volle Weiterbildungsermächtigung für die Radiologie als auch den Schwerpunkt Neuroradiologie vor. So kann nun die gesamte Weiterbildung am Rhön-Klinikum Campus absolviert werden. Um als Facharzt für Radiologie in Deutschland tätig zu werden, muss eine Weiterbildung im Gebiet Radiologie absolviert werden. Anschließend können sich Fachärzte für Radiologie beispielsweise mit dem Schwerpunkt Neuroradiologie weiterqualifizieren und nach frühestens zwei Jahren eine weitere Prüfung ablegen. Die beiden Chefärzte sehen die Sicherstellung einer umfassenden und strukturierten Weiterbildung des radiologischen Nachwuchses als eine ihrer zentralen Aufgaben an.