Silhouette einer Frau mit rosa Schleife
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KI-gestütztes Mammografie-Screening kann Intervalltumor-Rate senken

/ RT-Redaktion / Studie

Ein von Künstlicher Intelligenz (KI) unterstütztes Mammografie-Screening kann die die Rate an Intervalltumoren senken. Das geht aus den Ergebnissen einer jetzt in ‚Lancet‘ veröffentlichten Studie aus Schweden hervor. Knapp 106.000 Frauen wurden zufällig, im Verhältnis 1:1, einer Gruppe zugeteilt, die entweder eine KI-unterstützte Mammografie oder eine Standard-Mammografie mit Doppelbefundungen erhielt.

In der Patientinnengruppe mit KI-unterstützter Mammografie wurden die Mammogramme von der KI nach dem Risikoprofil eingestuft, danach erfolgte je nach Risiko die Befundung durch ein oder zwei Radiologen. Die KI-Software hob außerdem verdächtige Areale auf den Bildern hervor. Im Rahmen der Studie wurde primär war die Rate an Intervalltumoren untersucht –das sind Brustkrebserkrankungen, die zwischen zwei Screening-Runden diagnostiziert werden.

Nach Ablauf der Nachbeobachtungszeit (zwei Jahre) lag die Rate von Intervalltumoren bei 1,55 pro 1.000 untersuchten Frauen in der Gruppe mit KI-unterstützter Mammografie, im Vergleich zu mit 1,76 in der Kontrollgruppe. In Prozent ausgedrückt lag die Rate in der KI-Gruppe 12 Prozent unter der Kontrollgruppe. Außerdem waren die Merkmale der in der KI-Gruppe diagnostizierten Intervalltumoren günstiger. So traten weniger invasive Tumoren, weniger Non-Luminal-A-Brustkrebs und weniger große Tumoren auf.

Das KI-gestützte Mammografie-Screening habe im Vergleich zur Standard-Untersuchung nach dem vier-Augen-Prinzip Doppellesung durchgehend günstige Ergebnisse gezeigt, so die Autoren der Studie. Dies zeige sich in einer nicht-inferioren Intervall-Krebsrate, weniger Intervalltumoren mit ungünstigen Merkmalen, höherer Sensitivität und derselben Spezifität. Gleichzeitig sei die Arbeitsbelastung der Radiologen reduziert worden. Die Ergebnisse würden darauf hindeuten, dass ein KI-gestütztes Mammografie-Screening die Screening-Leistung im Vergleich zum Goldstandard verbessern könnte und möglicherweise für die Anwendung in der klinischen Praxis in Betracht gezogen werden könne, so das Fazit der Autoren.

Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter Radiologie 01/2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!