MRT und Bildschirm mit einem Herzen
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Kardiale MRT-Befunde mit späterem Krebsrisiko assoziiert

/ RT-Redaktion / Studie

Frühe Veränderungen der Herzstruktur und -funktion, die sich in der kardialen Magnetresonanztomografie (MRT) nachweisen lassen, stehen möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebserkrankungen in Zusammenhang. Darauf weist eine von Forschern der University of California in Los Angeles (UCLA) geleitete Studie hin, die jetzt im ‚Journal of the American Heart Association‘ (JAHA) veröffentlicht wurde.

Die Auswertung basiert auf Daten der ‚Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis‘ (MESA), einer Langzeitstudie mit mehr als 6.000 Erwachsenen im Alter zwischen 45 und 84 Jahren ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zu Studienbeginn erfolgte eine kardiale MRT zur Erfassung von Herzstruktur und -funktion. Über einen durchschnittlichen Zeitraum von 18 Jahren dokumentierten die Forschenden anschließend neu auftretende Krebserkrankungen und prüften deren Zusammenhang mit den initial erhobenen MRT-Parametern.

Während der Nachbeobachtung wurden 790 Krebserkrankungen registriert, darunter Brust-, Darm-, Lungen- und Prostatakarzinome. Die Analyse zeigte, dass ein frühes ‚cardiac remodeling‘ (kardiales Remodeling) mit einem erhöhten Risiko für Brust- und Darmkrebs assoziiert war. Der deutlichste Zusammenhang fand sich zwischen einer erhöhten Herzmuskelmasse (genauer: der linken Ventrikelmasse) und dem späteren Auftreten von Brustkrebs. Nach Berücksichtigung klassischer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs stellten die Forschenden fest, dass ein höherer linksventrikulärer Massenindex (LVMI) mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einherging.

Darüber hinaus war eine verminderte Funktion des linken Vorhofs, bestimmt über den ‚Peak Left Atrial Strain‘, mit einem erhöhten Risiko für ein kolorektales Karzinom verbunden. Teilnehmer mit höheren Werten erkrankten seltener an Darmkrebs.

Nach Angaben der Autoren belegen die Ergebnisse keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen kardialem Remodeling und Krebs. Die beobachteten Assoziationen könnten vielmehr auf gemeinsame biologische Mechanismen hindeuten, die sowohl an frühen Veränderungen des Herzens als auch an der Tumorentstehung beteiligt sind. Zudem weisen die Forschenden auf mögliche Störfaktoren und einen potenziellen Detektionsbias hin. Die Ergebnisse müssten daher in weiteren großen populationsbasierten Studien mit kardialen Bildgebungsdaten bestätigt werden.

Die Arbeitsgruppe sieht in den Befunden einen Ansatz für die weitere Forschung. Bildgebende Marker, die bereits zur Identifikation von Personen mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinsuffizienz eingesetzt werden, könnten künftig auch für die Abschätzung eines erhöhten Krebsrisikos untersucht werden. Ob sich daraus Konsequenzen für die klinische Praxis ergeben, müssten weitere Studien zeigen.

Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter Radiologie im August 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!