ERC Proof of Concept Grant für Professor Vollmuth
/ RT-Redaktion / Personalie
Prof. Dr. Philipp Vollmuth entwickelt mit seinem Projekt ,RAD-AI-Infra' eine Softwareplattform, die Krankenhäuser dabei unterstützen soll, große radiologische Datenbestände datenschutzkonform für die Entwicklung, Validierung und Überwachung moderner KI-Systeme zu nutzen. Krankenhäuser verfügen über enorme Mengen an Bild- und Befunddaten, deren Nutzung bislang durch Datenschutz, regulatorische Anforderungen und komplexe IT-Systeme erschwert wird. Mit dem ERC Proof of Concept Grant in Höhe von 150.000 Euro soll die bereits an mehreren Universitätskliniken eingesetzte Plattform nun für den breiteren Einsatz in Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen sowie die spätere kommerzielle Nutzung weiterentwickelt werden. Die Infrastruktur berücksichtigt dabei die Vorgaben aktueller europäischer Regulierungen, darunter den EU AI Act und den European Health Data Space (EHDS). Vollmuth ist Else Kröner Professor für Künstliche Intelligenz in der medizinischen Bildgebung an der Universität Bonn und Sektionsleiter für Computational Radiology & Clinical AI (CCIBonn.ai) am Universitätsklinikum Bonn (UKB).
Das Projekt baut auf dem ERC Consolidator Grant ,AI-Next' auf, mit dessen Unterstützung die wissenschaftlichen Grundlagen und die technische Infrastruktur entwickelt wurden. Mit RAD-AI-Infra wolle man diese Infrastruktur nun zu einer integrierten Plattform weiterentwickeln, die Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen eine datenschutzkonforme Nutzung radiologischer Daten für die Entwicklung, Validierung und Überwachung moderner KI-Anwendungen ermögliche, so Vollmuth. „Der ERC Proof of Concept Grant unterstützt uns dabei, den nächsten Schritt von einer Forschungsinfrastruktur hin zu einer produktionsreifen Plattform zu gehen.“
Die Plattform ermögliche es, große, über Jahre oder Jahrzehnte gewachsene radiologische Datenbestände mit häufig mehreren Millionen Bild- und Befunddatensätzen datenschutzkonform für Forschung und KI-Entwicklung nutzbar zu machen, sagt Vollmuth. Gleichzeitig ermögliche die Plattform Krankenhäusern, kommerzielle KI-Lösungen in der Radiologie vor ihrem Einsatz mit den eigenen Patientendaten zu validieren und ihre Leistung im klinischen Betrieb kontinuierlich zu überwachen. Die zugrundeliegenden Softwarekomponenten Adit für Bilddaten und Radis für Befunddaten stünden bereits als Open-Source-Lösungen für die Forschung zur Verfügung. Im Rahmen von RAD-AI-Infra sollen Adit und Radis zu einer integrierten, produktionsreifen Plattform weiterentwickelt werden. Dabei gehe es nicht nur um die Zusammenführung der beiden Komponenten, sondern auch darum, die Plattform hinsichtlich Funktionalität, Robustheit, Interoperabilität und Skalierbarkeit weiterzuentwickeln, sagt Vollmuth. Damit werde die Grundlage für den Übergang von einer Forschungsinfrastruktur zu einer marktreifen Softwareplattform geschaffen.
Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter Radiologie im August 2026. Melden Sie sich hier kostenlos an, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!